Wohlstand fordert Städte heraus

Der Wohlstand, der sich in der Welt ausbreitet, zeigt sich auch an den steigenden Touristenzahlen. In den Hauptstädten ballen sich unglaubliche Menschenmengen vor und in Attraktionen. Zwei Beispiele: Am Pfingstsamstag haben 1 Millionen Menschen den Vatikan besucht. In London beträgt die Wartezeit für eine Audio Guide Tour im Houses of Parliaments, wohl gemerkt vorgebucht, eine Dreiviertelstunde. Nicht nur Europäer und Amerikaner sind reiselustig. Asiaten und bislang noch wenige der über 800 Millionen Afrikaner schauen sich die Sehenswürdigkeiten der Welt an. Allein aus China und Indien könnten bald (hunderte) Millionen dazu kommen. Schon jetzt sind viele Kapazitäten voll ausgelastet.

In der Marktwirtschaft reagieren Anbieter mit einer Strategie der Produktdifferenzierung: Fast lanes; wer zuerst bucht, bekommt eine Besuchszeit seiner Wahl; persönliche Führer, die den Besucher durch die Massen schleusen, etwa in den Freizeitparks in Florida, kosten mehrere hundert Dollar pro Stunde. Angebot und Nachfrage regeln den Preis und den Komfort.

Wird das auch für bislang öffentliche Sehenswürdigkeiten gelten? Am Trevibrunnen kommt man bei Sonnenuntergang kaum noch vorbei. In Key West ist es an der Strandpromenade zur selben Zeit knacke voll. Brauchen die Kommunen neue Sicherheitskonzepte? Rom ist sauberer und was Taschendiebstähle betrifft, sicherer geworden. Die Bürgermeisterin hat hart durchgreifen lassen. Die Bevölkerung hat die Missstände nicht mehr ertragen. Städtische Demokratie, die funktioniert, auch wenn das Establishment blockiert.