Einer bietet den Hexenjägern die Stirn

Vor 300 Jahren wurde bei der Hexenjagd all jenen der Prozess gemacht, die sich der herrschenden Lehre widersetzten. Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber sie reimt sich bekanntlich.

Ramin Peymani, iranischstämmiger Buchautor und Publizist, urteilt: „Demokratie und Rechtsstaat leiden sichtlich unter dem Diktat einer mächtigen ‚Meinungselite’, die jeden ächtet, der nicht bereit ist, sich dem links-grünen Kanon anzuschließen.“ Wen wundert es, dass das Vertrauen in die etablierten Institutionen schwindet, sich die Menschen neue Informationsquellen und Meinungsportale suchen? Aus den Echokammern erschallt indes der Ruf, die abwandernden Bürger würden sich in Echokammern tummeln.

Wohltuend korrigiert Ramin Peymani Woche für Woche die veröffentlichte Meinung. Zielsicher kommentiert er ein aktuelles Thema, das die Menschen bewegt. Die Rückkehr der Denunzianten, das politische Versagen von Merkel, Hendricks, Schulz, Maas. Seehofer & Co., aber auch das Wahlverhalten eingewanderter Türken oder der Streit um Jerusalem sind Gegenstand der sehr gut geschriebenen dreiseitigen Kolumne.

Die Jahresbilanz 2017 ist in dem aktuellen Band Hexenjagd versammelt. Aus über 50 Mosaiksteinen entsteht ein kraftvolles Bild der herrschenden Missstände und unerwähnten Ungerechtigkeiten. Wer dem Urteil und den Richtigstellungen von Ramin Peymani folgt, findet einen wohltuenden Ankerplatz.

Mich erinnert Ramin Peymani zunehmend an einen journalistischen Roland Baader – mit Verve und vielen Volltreffern geht ersterer auf die Hexenjäger zu, letzterer rechnete mit den Gottspielern ab. Übrigens ist diesem Band eine großartig beklemmende Dystopie von Vera Lengsfeld beigegeben. Das Leitzitat stammt von Orwell und trifft den Kern des Anliegens„Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

Also, greifen Sie nach „Das Grauen“ und der „Klodeckel-Triologie“ zum nunmehr sechsten Peymani. Die Hexenjäger werden Sie fürchten.

Michael von Prollius

Ramin Peymani: Hexenjagd. Der mündige Bürger als Feindbild von Politik und Medien, BoD, Norderstedt 2018, 180 S., 11,90 Euro.