Bücher und Rezensionen

Markt für Bildung

Staatliche Bildung scheint alternativlos zu sein. Es gibt keine Debatte über Wettbewerb und Vielfalt, allenfalls die ritualisierten Klagen über den miesen Zustand von staatlichen Schulen, den Lehrermangel, schlechte Schülerleistungen, noch schlechtere Schülerleistungen und Gewalt an Schulen. Die Folge: Hilflose Forderungen nach mehr staatlichen Investitionen in die Bildung. Und natürlich Warnungen vor dem bösen Markt und der unweigerlichen Folge der totalen ...

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Einfalt statt Vielfalt: Multikulturalismus und seine Gegner

Multikulti ist gescheitert, wird dennoch als bunt und erstrebenswert gepriesen, zugleich aber auch heftig attackiert. Ersteres zu recht. Die Befürworter und Gegner sind hingegen beide auf dem Holzweg. Warum, das zeigt der britische Publizist indischer Herkunft Kenan Malik in seinem erhellenden Essay auf: Das Unbehagen in den Kulturen. Vier Jahre nach der englischen Erstauflage hat Johannes Richardt die deutsche Übersetzung ...

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Die Mutter aller Finanzskandale

Wer hätte das gedacht? Im biederen München der 1870er Jahre verursachte eine Schauspielerin mit dem eigentümlichen Namen Adele Spitzeder für einen spektakulären Finanzskandal. Mehr als 30.000 Menschen, vor allem Arme und kleine Leute, darunter Handwerker, Soldaten und Polizisten, waren von der Implosion der sogenannten Dachauer Bank betroffen. München hatte damals nur rund 150.000 Einwohner. Der Zusammenbruch des Schneeballsystems zog eine ...

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Kotau vor dem Establishment

Wer den Bock zum Gärtner macht, der behauptet, der verwüstete, abgefressene Garten sei beim Bock in den besten Händen. Wer Zentralbankchefs zu Historikern von Finanzkrisen macht, erwartet Erzählungen, wer alles für Finanzkrisen verantwortlich sei – außer den Zentralbanken. Mervyn King war zehn Jahre lang Chef der britischen Zentralbank und hat dort insgesamt vier Jahrzehnte gearbeitet. King ist ein Künstler. Er ...

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Fernsehgerätehandel in der BRD und den USA

Sebastian Teupe: Die Schaffung eines Marktes. Preispolitik, Wettbewerb und Fernsehgerätehandel in der BRD und den USA 1945-1985 (Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte Band 29). De Gruyter Oldenbourg, Berlin, Boston 2016, 433 S. (40 Graphiken, 28 Tabellen), 49,95 €. Die Dissertation „Die Gesetze des Marktes“ wurde 2015 mit dem Preis für Unternehmensgeschichte ausgezeichnete. Der Titel der Verlagspublikation lautete 2016 „Die Schaffung eines ...

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Wirtschaftspolitik in Deutschland 1917 – 1990

Werner Abelshauser u.a. (Hg.): Wirtschaftspolitik in Deutschland 1917 – 1990 Band 1: Das Reichswirtschaftsministerium der Weimarer Republik und seine Vorläufer hg. v. Carl-Ludwig Holtfrerich, Band 2: Das Reichswirtschaftsministerium in der NS-Zeit hg .v. Albrecht Ritschl, Band 3: Die zentrale Wirtschaftsverwaltung in der SBZ/DDR hg. v. Dierk Hoffmann, Band 4: Das Bundeswirtschaftsministerium in der Ära der Sozialen Marktwirtschaft hg. v. Werner Abelshauser, ...

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Woher stammt das Individuum?

Alterswerke können große Synthesen bieten. Fast achtzigjährig hat der in England (politische) Ideengeschichte lehrende Amerikaner Larry Siedentop ein Traktat über eine stimmige Ergänzung von Christentum und Säkularismus als Wesen des Westens verfasst. Gegen vorherrschende Ansichten begründet Siedentop die Herausbildung von Individuum und Freiheit weitüberwiegend mit dem Christentum, nicht mit der Antike. Dem Weltrevolutionär Paulus weist er dabei eine entscheiden Rolle ...

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Die Merkel-Misere

Das Grundgesetz ist unmissverständlich: „Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung.“ (Art 65) Angela Merkel bestimmt seit 12 Jahren die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. Mit Verantwortung ist die Pflicht gemeint, dafür zu sorgen, dass das Notwendige und Richtige getan wird und kein Schaden entsteht. Das ist zugleich ein Hinweis auf den ...

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