Wunschdenken von Thilo Sarrazin

Unerwünschtes Wunschdenken

Thilo Sarrazin wird viel gescholten. Vom Establishment. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er die Torheiten aufdeckt, die uns wechselnd als klug, notwendigen Kompromiss, alternativlos oder europäische Lösung angepriesen werden.

Sein Buch „Wunschdenken: Europa, Währung, Bildung, Einwanderung – warum Politik so häufig scheitert“ hat am 31.12.2016 bei 95 Rezensionen auf Amazon fast 5 Sterne erreicht und ist ein Spiegel-Bestseller. 

Als fünffacher Volltreffer erweist sich wiederholt seine politische Praxisanalyse, die resümierend fünf Politikdefizite unserer Zeit erläutert:

  • Täuschungen über die Wirklichkeit
  • Täuschungen über die eigenen Handlungsmöglichkeiten
  • Inkaufnahme von Kollateralschäden
  • Betrug
  • Selbstbetrug

Das Buch ist zwar recht weitschweifig, liest sich aber durch den sachlich-erzählerischen Ton sehr leicht und auch quer. Liberale und Ökonomen werden viele Denkmuster und Theorien erkennen. Konservative werden zustimmend nicken. Leider gilt das auch für die europäischen Einheitsprediger.

Für mich bleiben neben vielen guten Perspektiven auf eine offene Gesellschaft vor allem zwei Eindrücke haften: 1. Die Kampagnen gegen Sarrazin sind absurd. 2. Deutschland wäre realpolitisch mit dem gewissenhaften Sarrazin weitaus besser dran als mit der gewissenlosen Merkel.