Mises: Unternehmer können sich an monetären Boom anpassen

Während Auguren den ökonomischen Weltuntergang beschwören und konkrete Prognosen für Oktober 2015 abgegeben haben, dürfen Österreicher vorsichtiger sein, wenn sie die Österreichische Konjunkturtheorie anwenden für einen derartigen Determinismus benutzen wollen. Dass der Crack-up-Boom ausfällt, ist anderer Stelle thematisiert und begründet worden. Eine deutliche Korrektur an den Wertpapier-Märkten ist damit keineswegs ausgeschlossen. Allerdings wird der zuweilen herbeigesehnte Untergang ausbleiben. Wie individuell monetär bedingte Konjunkturen verlaufen und wie lernfähig die Akteure sind, das verdeutlicht Ludwig von Mises in Human Action, Kap. 31.5:

“Viele Ökonomen setzen stillschweigend voraus, dass die Bestrebungen der Obrigkeit, den Kredit auszuweiten, immer die gleichen fast regelmäßigen Wechsel zwischen Aufschwungperioden und darauf folgender Depression erzeugen. Sie vermuten, dass die Effekte der Kreditexpansion sich in Zukunft nicht von denen unterscheiden werden, die seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Großbritannien und seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in West- und Zentraleuropa und in Nordamerika beobachtet worden sind. Wir können uns aber fragen, ob sich die Bedingungen nicht geändert haben. Die Lehren der monetären Konjunkturtheorie sind heute selbst außerhalb des Kreises der Ökonomen so bekannt, dass der naive Optimismus, der die Unternehmer in den Aufschwungperioden der Vergangenheit begeistert hat, einer gewissen Skepsis Platz gemacht hat. Es kann sein, dass die Geschäftsleute in Zukunft auf die Kreditexpansion in einer Weise reagieren werden, die sich von der der Vergangenheit unterscheidet. Es kann sein, dass sie es vermeiden werden, das verfügbare leichte Geld zur Ausweitung ihrer Operationen zu verwenden, weil sie an das unvermeidliche Ende des Booms denken. Einige Zeichen kündigen eine solche Veränderung an. Aber es ist zu früh, eine klare Aussage zu machen.”

Die derzeit größte Gefahr im Finanzsektor geht sicherlich von den Staatsanleihen aus. Das ist indes ein anderes Themenfeld.