Mises der Große

Ludwig von Mises hat so tief wie kaum jemand vor ihm über die Natur der Freiheit nachgedacht.“ urteilt Prof. Puster im Interview mit Andreas Marquart. Die Leistung von Mises bestehe darin, dass er eine konsequente Freiheitsbegründung theoretisch fundiert und mit zahlreichen Mitteln versehen hat. Weil Mises vom handelnden Menschen (homo agens) ausgeht, ist es nicht notwendig, Werte als Begründung anzuführen, über die trefflich gestritten wird. Entstanden ist, so ließe sich hinzufügen, eine universal gültige Theorie. Mises’ Ansatz entspricht zugleich der selten eingehaltenen Forderung einer Wertfreiheit der Wissenschaft. Und ich bin überzeugt, dass es ein wichtiger wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Schritt wäre, diesen Ansatz weiter zu erforschen und kritisch weiterzuentwickeln. Mises war ein großer Ökonom und Sozialphilosoph, der uns heute noch enorm viel zu sagen hat. Klar ist indes auch, dass niemand allein ein allgemein akzeptiertes wissenschaftliches und politisches Werk schaffen kann. Dazu gilt es die Erkenntnisse der Großen zu verbinden und ihre Unzulänglichkeiten auszubessern.

Let’s do it!

 

P.S. Eine stark vereinfachte Handlungsdefinition bietet Rolf W. Puster an: „Jemand handelt genau dann, wenn er etwas tut, weil er etwas will und zudem glaubt, das Gewollte durch das, was er tut, verwirklichen zu können.“ Das ist der objektive Zugang zu subjektiven Phänomenen. Und Freiheit ist ein subjektives Phänomen. Meine Handlungsfreiheit ist eine andere als Deine. Meiner Handlungsfreiheit stehen spezifische Hindernisse im Weg.

Politische Freiheit bedeutet, das mir nicht von anderen Menschen Hindernisse in den Weg gestellt werden. Offenkundig ist mein Geldmangel, um mir etwas zu kaufen, keine politische Einschränkung meiner Handlungsfreiheit, es sei denn, Steuern und Abgaben haben dazu geführt. Ob ich denjenigen helfe, die nicht ausreichend Mittel für ihren Lebensunterhalt haben, wird erst dann zu einer politischen Angelegenheit, wenn statt privater Hilfe eine öffentliche Unterstützung fest gelegt wird, die Folge einer Entscheidung öffentlich zusammen kommender Menschen ist.

Hier kommt der politische Zwang ins Spiel und eine Freiheitsbeschränkung entsteht, bei der es darauf ankommt, dass sie rechtmäßig zustande gekommen ist und alle Menschen gleich behandelt werden. Interessanterweise wäre das mit einer Kopplung von Flat Tax und Grundeinkommen möglich.

Die Aufgabe des Staates ist der Freiheitsschutz, nicht die Sicherung des Lebensunterhalts- zumindest in klassisch liberaler Sicht. Eine private Wohlfahrt hätte natürlich in der aktuellen Flüchtlings- und Migrationsproblematik vollkommen andere Anreize gesetzt.