Megaevent: 16 Stunden pure freie Gesellschaft

Show of Force. Eine der eindrucksvollsten Veranstaltungen, die die Kraft, die unglaubliche Energie und Vielfalt einer offenen Gesellschaft weltweit demonstrierte, fand am 13. Juli 1985 statt. Der Kalte Krieg näherte sich seiner Endphase. Ein Schauspieler und großer politischer Kommunikator war Präsident der Führungsmacht der westlichen Welt: Ronald Reagan. Michail Gorbatschow war nur vier Monate zuvor zum Generalsekretär der KPdSU aufgestiegen. Doch das Zentrum der freien Welt lag am 13. Juli in einem Sportstadion: in Wembley, London.

Das Live Aid Benefizkonzert präsentiert 16 Stunden die Topstars der Musikszene. In London und außerdem in Philadelphia trat abwechselnd die geballte Pop- und Rock-Power der freien Welt auf; Phil Collins sogar auf beiden Bühnen. Als Höhepunkt des Konzerts gilt der gut zwanzigminütige Auftritt von Queen. Freddie Mercury sang mit über 70.000 Konzertteilnehmern die Tonleiter rauf und runter. Vielleicht bot die britische Rockband den besten Live-Auftritt aller Zeiten. Voller Einsatz ohne künstliche Show.

Die Liste der Künstler, die Vielfalt ihrer Musik, die Authentizität ihrer Auftritte und ihr Wettbewerb sind beeindruckend. Leider leben Bowie, Mercury, aber auch B.B. King nicht mehr. Leider wurde Bob Geldorfs Gutmenschenimpuls der Sache nicht gerecht, nämlich die Hungerprobleme Afrikas durch ein Megaevent anzugehen. Im Gegenteil: ein klassischer Fall von Doing Bad by Doing Good.

Dennoch, wie so häufig lagen auch vor über 30 Jahren Mangel und Glanz nahe bei einander. Heute ist es Zeit einmal mehr ein Zeichen zu setzen – für eine freie, offene Welt und die Strahlkraft des Idee des Westens: Freiheit und Vielfalt. Einige der Urgesteine von damals touren noch oder wieder, darunter Mick Jagger, Eric Clapton und Bob Dylan. Hat der Westen darüber hinaus noch genug frische musikalische Power? Ich denke schon.

 

Foto – Quelle: The Telegraph mit einem Queen würdigenden Artikel.