Liberalismus – die beste aller politischen Welten

In seinem lesenswerten Artikel „Der Liberalismus. Das Rätsel eines historischen Erfolgs. Die beste zweitbeste Lösung für alle“ erklärt Gérard Bökenkamp den weltweiten Erfolg des Liberalismus. Seine Argumentation lautet: Liberalismus ist zwar eine ungeliebte Weltanschauung, aber jene, die für die Masse der Menschen als zweitbeste oder sogar beste realistisch Lösung gilt. Das Erfolgsgeheimnis lautet: „…gerade die Selbstbeschränkung, der Verzicht auf einen absoluten allumfassenden Gestaltungsanspruch und die Konzentration auf einige wenige zentrale Prinzipien, wie individuelle Freiheit, Eigentumsrechte und Gleichheit vor dem Gesetz [gaben] dem Liberalismus einen großen Wettbewerbsvorteil“.

Es ließe sich hinzufügen: Der Liberalismus ist die politische Ordnung, die Freiräume für die Verwirklichung eigener Ziele und Lebensweisen bietet. Allein im liberalen Rahmen sind alternative Lebensentwürfe möglich. Konservativismus, Ökologismus, Sozialismus, autoritäre und totalitäre Ordnungen dulden entweder kaum oder aber keine abweichende Lebensweise. Bei allem Verdruss der Liberalen über den zunehmenden Etatismus ließe sich mit Nassim Nicholas Taleb konstatieren, dass Liberalismus eine antifragile Ordnung ist – sie wächst mit zunehmendem Druck. Allerdings gilt das nicht grenzenlos wie der Untergang der alten Welt im Ersten Weltkrieg dokumentiert. Zugleich machen diese Erkenntnisse den Blick frei auf eine immer besser werdende Welt, ohne die zahlreichen Freiheitsbedrohungen zu ignorieren. Den Liberalismus zu erhalten und zu fördern gereicht jedermann zum Vorteil, auch seinen Gegnern.