Kritik ist Kunst

Besonders gelungen ist eine Kritik, die das zum Ausdruck bringt, was der Autor des rezensierten Textes wollte und konnte – kurz: wenn sich der rezensierte Verfasser verstanden fühlt. Zudem sollte der Leser einen prägnanten Eindruck vom Inhalt des Werkes bekommen. Eine nachvollziehbare Bewertung hilft immer.

Kritik lässt sich als feine Kunst begreifen. Kritik gleicht, mit Uwe Justus Wenzel: Die Kunst des feinen Urteils, einem unabgeschlossenen Weg zur Wahrheit. Ich mag dieses Bild aus zwei Gründen:

  1. erinnert es mich an die österreichische Auffassung von Märkten als Prozesse, die niemals das Gleichgewicht erreichen,
  2. ist Wahrheit häufig abhängig vom Standpunkt und damit zuletzt Ausdruck von Konstruktivismus – einer überaus mächtigen Leitvorstellung (Wahrheit ist ein bedeutungsreicher Begriff).

Kritik erfordert unterscheiden und entscheiden. Der klassische Liberalismus bietet dafür einen Kompass. Ein Beispiel ist die Populismusdebatte, der es an konsequenter Freiheitsperspektive und damit tieferer Ursachenanalyse mangelt.

Kritik wird zur Kunst, wenn es gelingt einen „kakophonischen Chor im Kopf zu dirigieren“ und etwas Wohlklingendes zu dirigieren.

Quelle: Das Bild zu diesem Beitrag stammt von einer munteren Seite.