Handel und Unternehmertum sind die besten Entwicklungshelfer

Schlechtes tun in guter Absicht – das ist die Quintessenz der Entwicklungshilfe für arme Länder und vor allem Menschen in Armut. In den 1980er Jahren lernten viele Kinder in der Schule, eine Angel sei besser als ein Fisch. Anschließend boomte die Entwicklungshilfe und Milliarden wurden von den Wohlhabenden zu den Armen transferiert. Stars, die etwas auf sich hielten, von Angelina Jolie und Brad Pitt über Bono bis Bob Geldorf (Live Aid Benefizkonzert) reisten zu den Menschen auf dem schwarzen Kontinent. Heerscharen von Politikern und natürlich Entwicklungshelfern haben ihre Spuren hinterlassen: zementierte Armut, Abhängigkeit von den Transfers, mangelnde Entwicklung von Industrie und Dienstleistungen, Experten für NGO-Bürokratie statt Unternehmertum.

mv5botc3nde2nzyyov5bml5banbnxkftztgwmtmwotmxmje-_v1_uy268_cr30182268_al_Der Widerstand wächst, zum Glück. Besonders engagiert sind die Afrikaner selbst. Ihre Forderung: Stoppt die Entwicklung hemmende Hilfe! Dambisa Moyo hat vor fast 10 Jahren ein Aufmerksamkeit erregendes Buch geschrieben „Dead Aid“ (Kurzbesprechung unten). Ganz in diesem Sinne ist die ugandische Seite Good African ausgerichtet: „We passionately believe that Trade is the only viable strategy for Africa’s economic and social development.“ Trade not Aid ist die Antwort auf Afrikas Entwicklungsprobleme. Absolut sehenswert ist Poverty.Inc, ein Film, der die problematische Seite des Helfens und der Hilfsindustrie aufzeigt.

Menschen können sich fast immer besser selbst helfen als es der Staat oder fremde Menschen und Organisationen tun. Landesspezifische Bedingungen (Kultur) und mangelndes Wissen von Entwicklungsexperten (Ökonomie) spielen dabei genauso eine wesentliche Rolle wie die Stärkung zentralistischer Strukturen (Politik) und der schöne Schein des Helfens (Propaganda). Henry Hazlitt hat es auf den Punkt gebracht:  Von-Staat-zu-Staat-Entwicklungshilfe befördert Etatismus, Dirigismus, Sozialismus, Abhängigkeit, Pauperisierung, Ineffizienz und Verschwendung. Sie verlängert die Armut, für deren Heilung sie geplant war. Freiwillige private Investitionen in Privatunternehmertum befördern demgegenüber Kapitalismus, Produktion, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Durch das Anziehen privater Investitionen wurde den großen Industrienationen der Welt einst geholfen.

Kurz: „Lasst uns machen!“ lautet die zeitlose, globale Lösung.

Michael von Prollius

 

Addendum

Dambisa Moyo, Dead Aid. Why aid is not working and how there is another way for Africa, Penguin Books, London 2009, 188 S., 10,20 Euro (deutsche Erstauflage unter dem Titel: Dead Aid: Warum Entwicklungshilfe nicht funktioniert und was Afrika besser machen kann, Verlag Haffmans & Tolkemitt 2011, 14,95 Euro), Kindle Edition 11,99 Euro.

dead-aid1Hartnäckig hält sich der Mythos, Entwicklungshilfe sei tatsächlich hilfreich oder gar ein Weg, um die Entwicklung Afrikas positiv zu unterstützen. In den letzten 50 Jahren sind 1 Billionen US-Dollar Entwicklungshilfe des Westens nach Afrika geflossen. Politiker, NGOs, Kirchen, Rock Stars, Schauspieler, Gutmenschen werben für diese monetäre Unterstützung. Dambisa Moyo, geboren in Sambia, promoviert in Oxford und mit praktischer Erfahrung durch ihre Arbeit bei der Weltbank ausgestattet, ist der gut begründeten Auffassung, dass Entwicklungshilfe Afrika ruiniert. Der scheinbar endlose Teufelskreis aus Korruption, Krankheiten, Armut und Abhängigkeit von Hilfe resultiere aus der westlichen Hilfe. Die Armen werden ärmer, unternehmerische Initiative versiege, autoritäre Regime profitieren.

„Dead Aid ist the story of the failure of post-war development policy“ und „about the aid-free solution to development.“. schreibt Dambisa Moyo. In einem kürzeren Teil des gut geschriebenen Buches analysiert sie die Systematik und das Versagen der Hilfe. Der umfassendere zweite Teil entwickelt die Alternative: eine afrikanischen Welt ohne Hilfe, inspiriert durch Asiens Kapitalversorgung auf internationalen Finanzmärkten und mit dem Aufruf, China zu weiteren großen Direktinvestitionen in die Infrastruktur zu ermutigen. Weitere Pfeiler einer echten Hilfe für Afrika sind der Kampf für umfassenden Freihandel, insbesondere für Agrarprodukte, und schließlich der Verbreitung von Mikrofinanz-Institutionen.