Gewaltmärkte forcieren Staatsbildung

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„Gewaltoffene Räume“ gibt es am Rande Europas wieder zuhauf. Neben den kriegerischen Auseinandersetzungen im Ukraine-Krim-Konflikt erregt der Islamische Staat mit seinen Dependancen in Irak, Syrien, Ägypten und Libyen weltweit Aufmerksamkeit. In beiden Konfliktzonen sind staatliche Streitkräfte und nicht-staatliche bewaffnete Kräfte beteiligt, dazu gehören auch Söldner. Neugierig macht da eine aktuelle Publikation aus dem Verlag Duncker & Humblot mit dem Titel: „Söldnerlandschaften. Frühneuzeitliche Gewaltmärkte im Vergleich“.

UnknownZwar haben es Sammelbände immer wieder schwer, weil sie als unlesbar gelten. Das gilt indes nicht für „Söldnerlandschaften“, das Beiheft 49 der Zeitschrift für Historische Forschung, was ein Verdienst der Herausgeber und Beitragenden ist. Die enthaltenen Erkenntnisse erscheinen in dreierlei Hinsicht bedeutsam: 1. Für die historische Erforschung der frühen Neuzeit und damit die Geschichtswissenschaft. 2. Für ein besseres Verständnis aktueller Konflikte und damit für die Politikwissenschaft. 3. Für die Einschätzung der Entstehung und Notwendigkeit eines Gewaltmonopols sowie die Alternative privater Sicherheitsunternehmen und Gewaltmärkte wie sie beispielsweise der Anarchokapitalismus postuliert. Nachfolgend wird vorwiegend das dritte Themenfeld betrachtet.