Geldreform erreicht den Mainstream

Vor sieben Jahren haben Thorsten Polleit und ich ein Buch über Geld und eine Marktreform für besseres Geld geschrieben. Schwupps, und schon findet eine Tagung der wichtigsten deutschsprachigen Vereinigung von Ökonomen statt: Der Verein für Socialpolitik tagt derzeit in Wien zum Thema „Alternative Geld- und Finanzarchitekturen”. Ausgerechnet in Wien möchte ich augenzwinkernd hinzufügen, denn hier befindet sich die Wurzel der Österreichischen Schule. Ihr Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek warb vor 40 Jahren für eine Entnationalisierung, d.h. Privatisierung des Geldes. Murray N. Rothbard trat als amerikanischer Austrian für eine 100 Prozent Deckung des Geldes durch Gold ein. Für Geldfreiheit im marktwirtschaftlichen Sinn warb zudem Hans F. Sennholz, der als deutscher Ökonom in den USA gleichsam für einen Brückenschlag steht. Und das sind nur drei, wenn auch namhafte Beispiele.

Auf der Tagung wird Albrecht Ritschl, den ich seit meinem Studium kenne und wegen seiner sehr soliden Arbeiten schätze, abschließend über historische Erfahrungen mit Alternativen zum Staatsgeld sprechen: “Notgeld, Zigaretten, Bitcoins: Vom Aufstieg und Niedergang alternativer Währungen”. Ich hoffe, die Tagung zieht Blasen, allerdings keine durch die Zentralbank genährten Vermögenspreisblasen, sondern vielmehr funkelnde Aufmerksamkeit für gutes Marktgeld statt schlechtem Staatsgeld ohne Regelbindung.

P.S. Mein persönlicher publizistischer Dreischritt zur Geldfreiheit: Abschlusskapitel in Die Pervertierung der Marktwirtschaft, Geldreform, Euro-Misere. Dazu kommen eine Reihe von Essays und demnächst auch wieder etwas zwischen zwei Buchdeckeln.