Ecological Fallacy

Der ökologischer Fehlschluss bezeichnet den verbreiteten Denkfehler, von Aggregatdaten, die Merkmale eines Kollektivs abbilden, unzulässigerweise auf Individualdaten zu schließen.

Fettreiches Essen fördert nicht Brustkrebs – die Kausalbeziehung ist nur eine Korrelation. Ausländer sind nicht gebildeter als Inländer in den USA – sie leben nur in Bundesstaaten mit einer durchschnittlich niedrigeren Bildungsrate. Das sind Beispiele, die David A. Freedman in einem kurzen, tw. mathematischen Artikel für die International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences beschrieben hat.

Die Österreicher kritisieren in der Volkswirtschaftslehre eine Makroökonomie ohne Mikrofundierung, weil Kollektive oder Aggregate zum Bezugspunkt wirtschaftspolitischen Handelns werden, etwa wenn das Wachstum angekurbelt werden soll. Das Wachstum ist jedoch eine statistisch konstruierte, wenn auch nachvollziehbare Größe, die sich nicht mechanistisch beeinflussen lässt. Ein Netzwerk kann man nicht ankurbeln, eine Residualgröße nicht direkt und nur schwer indirekt steuern.

Regelmäßig wird aus dem Denkfehler einzelner eine folgenschwere Belastung für ein Kollektiv – tagtäglich in der Wirtschaftspolitik zu besichtigen.