Die große Fiktion ist zur Wirklichkeit geworden

„Nothing shocks me, I’m a scientist.“ Der berühmte Ausspruch von Indiana Jones gehört zu den gern zitierten Lebensweisheiten von meinem Bruder. Ich mag den Spruch. Und dennoch, ich bin geschockt.

Vor ein paar Tagen habe ich an einer Podiumsdiskussion im Osten Berlins teilgenommen. Veranstalter und Gastgeber hatten sich sehr engagiert und viele junge Leute motiviert über „soziale Gerechtigkeit“ zu diskutieren.

Die Ansichten waren erwartungsgemäß unterschiedlich. Nicht jeder findet zur rechten Zeit das treffende Argument und Beispiel. Das gilt für mich selbst an erster Stelle. Die Diskussion verlief munter und respektvoll.

Nun zum Schock – mit Van Halen „Aftershock“:

  1. Der Etatismus ist zu einer Art Ersatzreligion geworden. Bastiat hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Heute lebt jedermann nach der Devise, er könne auf Kosten jedermanns leben. Oder: alle Wohlfahrt durch den Staat.
  2. Politik wird inhaltlich von Parolen dominiert. Es gibt nicht einmal mehr das Bemühen, Begriffe zu klären. Jedermann wisse, was „soziale Gerechtigkeit“ sei und die sei gut und erstrebenswert.
  3. Das Streben nach Sicherheit erstickt die Freiheit. Umverteilung ist das primäre Ziel. Die Reichen sollen zahlen, ihr Reichtum sei ohnehin nur durch Ausbeutung zustande gekommen. Erben müssten im Grunde vollständig enteignet werden.

Wenn Ungerechtigkeit für Gerechtigkeit gehalten wird, wenn es nur noch um Umverteilung geht und die Entstehung von Wohlstand unbekannt und irrelevant geworden ist, wenn Unternehmer böse sind und die Kälber fordern, die Kühe zu schlachten, deren Milch sie trinken, dann ist etwas dramatisch falsch gelaufen. Rinderwahnsinn?

P.S. Ich kann nachempfinden wie sich Mises fühlte, als letzter Ritter des Liberalismus.