Die CDU will die gelenkte Gesellschaft

Als Liberaler hat man es heute nicht leicht. Liberale Ansichten meint fast jedermann zu vertreten, liberal nennen mag sich kaum jemand. Konsequent liberal ist keiner. Kompromisse sind en vogue. Bloß nicht anecken, bloß nicht eigentümlich frei sein, lieber individuell-angepasst.

Es gibt aber noch einen anderen Grund: Wer heute sehenden Auges die politischen Schlagzeilen betrachtet, der wird mit dermaßen viel politischem Mist konfrontiert, dass es weh tut.

In der Politik dominieren die politischen Drohnen. Inhaltlich gibt es nichts, aber auch gar nichts mehr, dass nicht von Politik und Staat usurpiert wird: Bankgeheimnis – weg. Bargeld – soll abgeschafft werden. Steuerwettbewerb – weg, Kampf den Oasen. Erziehung von Kindern – kontrolliert und prämiert für jedermann und jedefrau. Freie Meinungsäußerung – zensiert. Bildung – zentralisiert und linksdurchsetzt. Ernährung – eine Ampel auf den Lebensmitteln als Signal für essen, vorsichtig essen, nicht essen. Privateigentum ja – verfügen darüber nur mit Einschränkung, beim Vererben, Rauchen und vielem anderen mehr. Selbst Spiegel Redakteure schreiben über die totale Beschränktheit Bücher.

Das politisch betreute Dahindämmern der Bürger ist eine Strategie, die die CDU besonders gerne verfolgt. Die besseren Sozialdemokraten haben im Namen des Guten nunmehr die nächste Betreuungsrunde eingeleitet. Die CDU will nämlich das herausragende Problem unserer Zeit lösen. Nein, nicht das. Nein, auch nicht das, woran sie jetzt denken. Es geht um … die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und dazu möchte die CDU Arbeitszeitkonten einführen. Die Sozialingenieure der ex christlichen, ex demokratischen Union meinen, Arbeitszeit sei wie Geld und man könne sparen und abbuchen, ganz nach Bedarf.

Das ist offenkundig klassische Wählerbewirtschaftung, Stimmenkauf. Das ist offenkundig noch mehr Regulierung statt Unternehmen und Arbeitnehmer individuelle Lösungen finden zu lassen. Das ist unübersehbar Ausdruck eines Lenkungswunsches: Am CDU-Wesen soll die deutsche Gesellschaft genesen.

Irhal! war der Ruf im Arabischen Frühling. Das heißt: Haut ab! Laissez-faire ist die diplomatischere Variante. Irgendwann reicht es. Und wenn das Fass überläuft, dann wird hoffentlich der ganze Mist weggespült. Die Alternative wäre das Ausmisten des Augiasstalles – eine wahre Herkulesaufgabe.