Der Klodeckel: Bürgerliche Korrektur der Meinungsmanipulation

Ramin Peymani: Endstation Klodeckel. Sind wir wirklich noch zu retten? BoD, Norderstedt 2015, 115 S., 6,95 Euro.

Ramin Peymani ist ein Vorbild. Nein, er zählt nicht zu den glamourös inszenierten Stars, die bei genauerem Hinsehen menschlich regelmäßig unter Sternchengröße zusammenschrumpfen. Und der kommunale Parteipolitker ist auch keiner der Politprofis, die unter dem Deckmantel des Gemeinwohls tatsächlich persönliche und parteiliche Interessen vertreten. Vielmehr glänzt der liberale Kommentator und Privatier durch seine freisinnige Kolumne „Klodeckel des Tages“. Jeden Sonntag um 14.30 Uhr erscheinen die im besten Sinne bürgerlichen Perspektiven auf die offiziösen Realsatiren unseres politischen Alltags. Als Jahresrückblick sind die zweiseitigen Beiträge, die auf der gleichnamigen Webseite (erreichbar unter https://meinungsfreiheit24.wordpress.com) verfügbar sind, nun auch in einem nunmehr dritten unterhaltsamen Band versammelt.

Von Pofalla’scher Politikversorgung und einer Denunziations-App für Fahrradfahrer über den misslungenen Schutz eines „Neger“ schreibenden dunkelhäutigen Autors vor sich selbst durch die Universität Leipzig bis zur „Abstellgleispolitik“ der GdL reichen die Korrekturen des veröffentlichten Meinungskanons. Die Realsatire ist heute überall: Hoeneß-Gehässigkeit von Steuerhinterziehern, Ökofaschisten gegen die Umwelt, EU-Adepten gegen Europa, Völlerei betreibende Bundestagsabgeordnete bei der Diätenerhöhung, Familien zerstörende Familienpolitiker und die künftig noch dringend stärker auszuzeichnenden freiheitsfeindlichen liberalen Politiker. Ramin Peymani ist zu wünschen, dass ihm die Klodeckel nicht ausgehen, weil er sie an diejenigen verleiht, die so viel durchmachen.

Michael von Prollius