Defekte Demokratie – Populismus entlarvt den kaputten Kern

In den Gazetten wird der Populismus regelmäßig als Problem ohne Ursache behandelt. Die Gefahr für die Demokratie gehen gleichsam von bösen Populisten aus, die die Menschen verführten, wie ein aus dem Nichts auftauchender Rattenfänger.

Michael E. Porter ist der Grandseigneur des strategischen Managements. Ein praktisch orientierter Wissenschaftsstar. Die Wertschöpfungskette geht genauso auf ihn zurück wie die drei generischen Wettbewerbsstrategien und das Five Forces Modell. Seine akademische Heimat ist Harvard.

Bereits im September 2017 hat Porter (zs. mit Katherine Gehl) eine kompakte Analyse des amerikanischen Regierungssystems vorgelegt. Der Titel ist wegweisend: „Why Competition in the Politics Industry is Failing America“. Porter diagnostiziert etwas, dass für viele westliche Demokratien zutreffend erscheint: Das amerikanische Regierungssystem funktioniert glänzend und dient dem Zweck, für den es in seiner aktuellen Form geschaffen wurde: den Politiker und Bürokraten, aber nicht der Allgemeinheit.

Die Analyse ist megaspannend. Auf 80 gut aufbereiteten Seiten werden die institutionellen Defizite aufgezeigt, das Wesen der Bürokratie und der destruktiven Parteienkonkurrenz herausgearbeitet. Ein positives Beispiel für einen eher betriebswirtschaftlichen Ansatz einer Branchenanalyse, der letztlich im Einklang mit Mises, Buchanan, Hayek u.a. steht. Mehr dazu demnächst hier.

Nur so viel vorab: Populismus ist nicht nur ein Symptom für eine defekte Demokratie. Die Vorwürfe der Selbstbezogenheit und Abgehobenheit von EUrokraten und dem deutschen Establishment treffen zu. Wir benötigen also bessere Institutionen und bessere Politiker, nicht bessere Wähler.