Buch des Monats Juni

George Gilder: The Scandal of Money. Why Wall Street recovers but the economy never does, Regnery Publishing, Washington 2016, 202 S., 27,99 US-Dollar.

New York Times Bestseller Autor George Gilder legt den völlig kranken Mechanismus des Zentralbanksystems offen – verheerend für die Realwirtschaft und segensreich für die Profiteure des Finanzsystems. Keineswegs handelt es sich indes um simples Bashing des Geldsozialismus. Vielmehr erläutert der New Yorker Publizist seine Auffassung von Geld als dem zentralen Informationswerkzeug schlechthin.

Wesentliche Aspekte seiner Argumentation lauten wie folgt: Die gängigen ökonomischen Auffassungen und Modelle stammten aus einer nicht mehr gültigen Zeit und könnten nichts zum Innovationsunternehmertum sagen. Das habe dazu beigetragen, dass der Preismechanismus und die Informationsvermittlung nicht mehr funktioniere – die Marktwirtschaft sei grundlegend gestört. Monopolgeld zerstöre die spontane Ordnung und den amerikanischen Traum. Der entscheidende Wendepunkt sei die vollständige Abkehr vom Goldstandard 1971 gewesen; seitdem entwickle sich vieles sehr statisch und das Produktivitätswachstum sei kollabiert. Der Kardinalfehler sei: „A metric cannot be a part of what it measures.“ Geld sei sein Maßstab, ein universaler Wertmesser, kein Sachgut. Geld könne stets nur ein Medium sein und niemals ein Steuerungsmittel. Geld, das volatiler sei als das, was es messe, befördere weder Gleichgewicht noch Stabilität. Diese Pervertierung durch die Staatsführungen und ihre Institutioenn sei der eigentliche Grund für

  • wachsende Ungleichheit,
  • Bereicherung der Wall Street, während die Main Street nicht richtig auf die Beine komme, also säkulare Stagnation und
  • parasitäre Banken, die Vermögenswerte umverteilen und enorme Ressourcen und Kapital in Währungsspekulationen steckten sowie
  • Großbanken, die als Semi-Staatsbanken mit einer Profitabilität aufgrund massiver Transfers von Arbeitnehmern im Dienste der Regierung stünden.

Nichts davon befördere Wohlstand.

Vergleichsweise etwas knapp und vielleicht sogar schlapp, wenn auch treffend, bleibt seine Empfehlung. Darin enthalten ist ein Plädoyer für Gold als neutrales Mittel und private Währungen. Herauszuarbeiten gilt es, worin der Mehrwert der „Information Theory of Money“ im Vergleich zur Österreichischen Schule besteht. Zugleich ist zu hoffen, dass diese gedankenreiche Schrift erneut ein Bestseller wird und die Kritik an den herrschenden Zuständen fundiert vorantreibt.