Buch des Monats Oktober 2016

Austrian Economics ist in. Die Österreichische Schule stellt mit ihrem herausragenden Vertreter in den USA, Peter Boettke, für die nächsten zwei Jahre den Präsidenten der Mont Pelerin Society. Boettke hat ein exzellentes Buch – Living Economics – über Ökonomik geschrieben, das die Stärken der Österreichischen Schule und ihrer Lehrer aufzeigt. Was bislang fehlte, war eine gute Einführung. Diese Lücke hat nun auf vorbildliche Weise Richard Ebeling gefüllt.

Der frühere Präsident der Foundation of Economic Education weiß, wie man ökonomische Bildung vermittelt. In der Mises-Hayek-Tradition schildert er zunächst die Wiederauferstehung der Österreichischen Ökonomik im Sommer 1974 – in einer Kleinstadt in Vermont, getragen vor allem von den Vorlesungen von Rothbard, Lachmann und Kirzner, bereichert durch Beiträge von Hazlitt, Hutt und anderen. Für Ebeling ist diese durch Humor und lebendige Diskussionen geprägte Woche in Vermont, ein Jahr nach dem Tod von Mises und am Vorabend des Nobelpreises für Hayek, ein herausragendes Erlebnis und ein Meilenstein in der Entwicklung der Österreichischen Schule.

Aus seiner amerikanischen Sicht erläutert Richard Ebeling in 40 kurzweiligen, konzisen Kapiteln die österreichische Ideengeschichte anhand ihrer Protagonisten. Es folgen zahlreiche Auseinandersetzungen mit gängigen Mythen, darunter die vermeintlich problematische Sparschwemme, angeblich Wachstum treibende Staatsausgaben und die zahllosen Irrtümer, die um Inflation und Deflation kreisen. Zudem werden die wichtigsten Kontroversen und ökonomischen Erkenntnisse behandelt. Die Verrücktheiten des Keynesianismus und das Papiergeldmonopol gehören genauso dazu wie Freihandelsbarrieren und die Furcht vor ausländischen Gütern.

Entstanden ist eine Einführung in die Wirtschaft, die jeder interessierte Mensch versteht und die jedermann bildet. Das Kindle-Buch ist sehr gut lesbar gegliedert und erinnert ein wenig an Hazlitts Economics in One Lesson.

Richard Ebeling war Professor für Ethik und freies Unternehmertum. Sein Standpunkt ist unmissverständlich und in der heutigen Zeit des permanenten Bevormundens und Herumfummelns am Marktprozess durch Politiker und Bürokraten sowie sozialistische NGOs wichtiger denn je. Deutlich wird: Die Österreichische Ökonomik ist die schlagkräftigste Erklärung für die Unzulänglichkeit von Staatsführungen und ihren Apparaten, eine bessere Welt zu errichten. Das unbehelligte Streben der Menschen nach einem besseren Leben ist der weisere und bewährte Weg. Warum das so ist, das erläutert Richard Ebeling. Viel Freude beim Lesen!

Michael von Prollius

 

Richard Ebeling: Austrian Economics & Public Policy. Restoring Freedom & Prosperity, The Future of Freedom Foundation, Kindle Edition, o.O. 2016, 419 S., 4,46 Euro.

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Vorlesungsreihe von Richard Ebeling auf Coordinationproblem.