Buch des Monats Mai 2016

Michael Ladwig (Hg.): Ludwig von Mises. Ein Lexikon, Finanzbuchverlag – Edition Lichtschlag, München 2016, 304 S., gebundene Ausgabe 24,99 Euro, Kindle 15,99.

Lexikon, Brevier, Lektürefreude. Der große Philosoph und Ökonom Ludwig von Mises wurde von Michael Ladwig gleichermaßen verdichtet wie angenehm lesbar portioniert. Entstanden ist ein miseanisches Nachdenkbuch. Tageslektüre, Abendlektüre, zum Einschlafen als Nachtlektüre nicht geeignet. Mises hat uns jetzt und heute etwas zu sagen. Kostprobe gefällig? „Wenn die Parlamentarier sich nicht mehr als Treuhänder der Steuerzahler ansehen, sondern als Vertreter von Gehältern, Löhnen, Subventionen, Arbeitslosenunterstützung und anderen Wohltaten aus dem Steuertopf, dann ist es um die Demokratie geschehen.“

Mises für alle! Das ist das Ziel, das sich der Herausgeber gesteckt hat. Ein durchweg gelungenes Buch – das gilt für Inhalt und Erscheinungsbild. Es bereitet Freude, den klaren Gedankengängen von Anarchismus über Glück und Goldwährung bis zu Zins und Zwang zu folgen. 50 Texte hat Michael Ladwig herangezogen, Monographien, Aufsätze, Zeitungs- und Lexikon-Artikel. Der Mises-Kenner freut sich über bekannte Texte und die eine oder andere neue Passage. Der Mises-Einsteiger darf staunen und sich über einen Kompass durch Politik, Wirtschaft und Gesellschaft freuen. Zwei weitere Beispiele: „Man kann die Welt … nicht dadurch reicher machen, daß man die Menge des Geldes vermehrt.“ Und „Die antiliberale Politik ist Kapitalaufzehrungspolitik. Sie empfiehlt, die Gegenwart auf Kosten der Zukunft reichlicher zu versorgen.“ Das Ludwig von Mises Lexikon ist Vademecum für eine bessere Welt.

Michael von Prollius