Bayern-Bashing unangebracht – das Regelwerk macht’s!

„Geschäftsmäßiger Jubel“ (FAZ). „Absurde Dominanz“ (n-tv). „Der designierte Meister jammert“ (NZZ). „Titel-Trost für Bayern“ (Bild). Fußball in Deutschland heißt, 18 Mannschaften spielen und Bayern wird Meister.

Die Münchner gelten als konkurrenzlos. Ein Titel ist angesichts des jährlichen Triple-Anspruchs nicht genug und die nationale Meisterschaft daher nicht einmal mehr Trost. Der 27. Meistertitel zog routinierten Jubel in Wolfsburg nach sich.

Regelmäßig enthalten Kommentare Hinweise auf die finanzielle Überlegenheit der Bayern. Die übliche Diskussion über den Langeweile-Fussball in Deutschland und die Forderungen nach einer echten Champions League bleiben in der Club-Perspektive verhaftet.

Für echte Veränderungen würde indes eine grundlegende Veränderung des Regelwerks sorgen. Im Eishockey und anderen Sportarten ist das längst der Fall. Sobald ein K.-o.-System mit Playoffs existiert, wird es spannend und eine Meisterschaft ist weitaus schwerer zu erringen. Nicht zuletzt deshalb fällt ein Champions League Sieg weitaus schwerer und selbst im deutschen Pokal gibt es Überraschungen.

Besonders ausdifferenziert ist bekanntlich das Regelsystem der National Football League. Dort gibt es zudem Investitionsobergrenzen und die schlechteste Mannschaft hat das Recht als erste einen Nachwuchsspieler auszuwählen. Dennoch zahlt sich exzellente Arbeit im Management und auf dem Rasen aus. Indes sind fünf Meisterschaften in Folge ein unerreichbarer Rekord. Die New England Patriots haben seit 2001 insgesamt fünf Meisterschaften errungen und gelten als herausragendes, dominierendes Team. Das Regelwerk macht’s!