A Hero, Gone

It amazes me sometimes that even intelligent people will analyze a situation or make a judgement after only recognizing the standard or traditional structure of a piece.“ Dieser Satz stammt nicht von einer liberalen Ikone, sondern von einer Ikone des Pop – David Bowie.

Der britische Gentleman, zumindest charakterisierte ihn seine langjährige Frau Iman in einem Interview so, war ein musikalischer Intrepreneur. Das zeigt nicht nur sein beträchtliches Vermögen als Erfolgsnachweis, sondern mindestens ebenso sein spektakuläres Bühnenleben, seine Kleidung, sein wechselnder Musikstil. Bowie war der erste (große) Musiker mit einer eigenen Homepage und verkaufte seine Songs über das Internet per Download – lange bevor es iTunes gab. Bowie konnte Mainstream, traf den Nerv, ging aber auch ganz eigene Weg. Er war ein durchaus schräger Individualist und dennoch – möchte man heute sagen – einer der ganz Großen und Einflussreichen der modernen Musikgeschichte. Er blieb sich treu und variabel, ob an der Seite von Freddie Mercury und Queen, mit Tina Turner, Mick Jagger oder Marianne Faithfull. Das Chamäleon entdeckte unterschiedliche Facetten seiner Persönlichkeit und wechselte von Mann zu Frau zu Astronaut.

In einer Ausstellung im Martin Gropius Bau rätselten Experten, ob er originäre Trends gesetzt habe, lediglich vorhandene Dinge aufgegriffen und professionalisiert habe, ob ihm reale oder lediglich konstruktivistische Bedeutung zugemessen werden solle. Viele Menschen hören einfach gerne seine Musik.

So unterschiedlich seine Augenfarbe wahrgenommen wurde, so perspektivenreich war zuweilen sein Blick auf die Welt – Kostprobe gefällig? „I’m in awe of the universe, but I don’t necessarily believe there’s an intelligence or agent behind it. I do have a passion for the visual in religious rituals, though, even though they may be completely empty and bereft of substance. The incense is powerful and provocative, whether Buddhist or Catholic.“

Mit seinem Tod verlässt eine Ikone die Bühne, endgültig. Vielleicht geht eines seiner Versprechen auf: „I don’t know where I’m going from here, but I promise it won’t be boring.

Bowie