Entwicklungshilfe, die tatsächlich helfen kann

Das Problem der Entwicklungshilfe ist die Entwicklungshilfe, weil sie der Entwicklung nicht hilft, sondern sie stört. Diese Kritik wird bekanntlich von Afrikanern selbst vorgetragen. Nun gibt es einen neuen Ansatz: Hilfe ohne Helfer – Geldtranfers direkt an Bedürftige insbesondere via Handy, die als Zahlungsmittelträger in Afrika weit verbreitet sind (NZZ: Entwicklungshilfe ohne Entwicklungshelfer).

Zwei positive Aspekte sind bei diesem Ansatz augenfällig:

  1. Die Entwicklungshilfe-Industrie oder -Bürokratie entfällt weitgehend, weil der gesamte Unterbau von Aktivisten vor Ort eingespart wird. Diese Effizienzsteigerung dürfte enorm sein, weil ein dramatisch höherer Anteil der Spendengelder tatsächlich den Bedürftigen zukommt.
  2. Zugleich entfallen alle Vorgaben und Bedingungen, die üblicherweise bei Entwicklungshilfeprojekten als Auflagen gemacht werden. Das bedeutet, dass die Menschen vor Ort selbst entscheiden können und nicht fremden Plänen unterworfen werden. Außerdem entfällt die bislang die Entwicklung hemmende Konzentration auf das bürokratische Erlangen von Entwicklungshilfegeldern statt selbstständigem unternehmerischen Handeln.

In The Beautiful Tree machte James Tooley vor fast 10 Jahren deutlich, dass die Ärmsten der Armen selbst als Analphabeten besser für eine private Schulbildung ihrer Kinder sorgen – und diese auch noch selbst bezahlen (!) – als es die staatliche Bürokratie mit ihrem überwiegend miesen, vermeintlich kostenlosen Angebot tut. Vor diesem Hintergrund werde ich mit Interesse die vielversprechende Alternative der Hilfe bei der eigenständigen Entwicklung beobachten.